Peter Schöne, Bass Foto: Gisela Schenker


 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gulden € Trio

 

So 18.03.2018, 18:00 Uhr, Herz Jesu-Kirche Nunkirchen 

Gottfried August Homilius: Johannespassion 

Oratorienchor der Stadt Wadern, Mitglieder der Kantorei St. Peter und Paul Losheim, Anne Kathrin Gratz/ Sopran, Judith Braun/ Alt, Manuel Horras/ Tenor, Peter Schöne/ Bass, ein Kammerorchester, Lukas Schmidt/ Leitung 

Gottfried August Homilius wurde 1742 als Organist an der Dresdner Frauenkirche angestellt. Von 1755 bis zu seinem Tod 1785 war er Musikdirektor der drei Dresdner Hauptkirchen. Der Oratorienchor der Stadt Wadern hat mit der Johannespassion ein herausragendes Werk von Homilius ausgewählt, um diesen hoch interessanten Komponisten im Übergang vom Barock zur Frühklassik einem breiteren Publikum vorzustellen.

Eintritt 16 €. Vorverkauf bei www.ticket-regional.de 

Anne Kathrin Gratz, Sopran

Homilius' Kompositionen waren zu seiner Zeit sehr beliebt und außerordentlich verbreitet. 1790 kam Ernst Ludwig Gerber im „Allgemeinen Lexicon der Tonkünstler“ zu der Einschätzung: „Er war ohne Widerrede unser größter Kirchenkomponist.“

Diesen Ruhm hatte Homilius sich hart erarbeitet: Er war fleißig und er war innovativ. Ähnlich wie sein zeitweiliger Lehrmeister Bach komponierte er unermüdlich für jeden geforderten Anlass, ging dabei aber nicht schematisch vor, sondern suchte für den jeweiligen Text eine oft neue, passende musikalische Form. Doch als Mitte des 19. Jahrhunderts die große Bach-Renaissance einsetzte, wurde Homilius vergessen und erst in jüngster Zeit wieder entdeckt.

 

Die Johannespassion bietet Solistinnen und Solisten gute Gelegenheiten, in ausgreifenden Arien ihr Können unter Beweis zu stellen. Auch die Rezitative des Evangelisten sind feinsinnig ausgestaltet. Die Chorsätze sind sehr abwechslungsreich: Das heuchlerisch unterwürfige „Wir dürfen niemand töten“ steht in schroffem Kontrast zu dem sehr bestimmenden „Nicht diesen, sondern Barrabam“, im „Sei gegrüßt, lieber Jüdenkönig“ zeigt der Chor sich spöttisch. Die Rufe „Kreuzige“ und „Weg mit dem, kreuzige ihn“ vibrieren von Aufruhr. In den Chorälen experimentiert Homilius gerne mit frühklassischen Harmoniefolgen. Der Choral „Gloria sei dir gesungen“ scheint ganz aus dem Rahmen zu fallen. Homilius vielleicht daran gedacht, dass es eigentlich eine Strophe von „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ ist? Denn statt den Gesang etwa in feierlich getragenen Posaunenklang zu betten, scheucht er den Chor mit kräftigen Hörnerstößen auf, obwohl aufmunternde Hörner nach damaliger Auffassung keinesfalls in eine Passionsmusik gehörten. Doch Homilius sieht den Tod Christi als Teil von Gottes Heilsplan und als notwendigen Schritt zur Erlösung der Menschheit und er unterstreicht diese Sichtweise nachdrücklich durch die Wahl der kommentierenden Texte. Eine Jesus in den Mund gelegte Arie gibt schon im Garten Gethsemane die Richtung vor:

"Nun kömmt die Stunde meiner Leiden,

ich preise Gott, dass sie erschien.

Den Zornkelch trink ich voller Freuden,

für meine Brüder trink ich ihn."

Es folgen weitere positive, verheißungsvolle Aussagen, so in den Arien „Wer kann den Rat der Liebe fassen“, „Dein Wort ist Geist und Kraft und Segen“, „Der Sohn soll sterben, ich soll leben“ oder in den Chorälen "Gloria sei dir gesungen" sowie „Unter deinen Schirmen“.  Darum überlagert die freudige Hoffnung auf Erlösung auch in der Musik häufig die Trauer um das Leid Christi. Bei genauerem Zuhören stellt man z. B. fest, dass die munteren Hörner nicht erst im Choral „Gloria sei dir gesungen“, sondern auch schon bei „Dein Wort ist Geist und Kraft und Segen“ eine herausragende Rolle spielen. Hörnerklang bekräftigt auch die Aussage Gott Vaters „Ich bin der Allmächtge“, er unterstreicht das Gottvertrauen des Evangelisten in seiner Arie „Wenn, Heiland, die dich schmähn, dich einst als Richter sehen, (...) ich bebe nicht!“ und er verleiht dem Schlusschor „O Gottes Lamm“ mit den Passagen „Nun zürnt Gott nicht, du hast den Zorn gestillet, (...) nun wird er uns Unsterblichkeit und Leben im Himmel geben.“ eine besondere Feierlichkeit.

 

Der Eintritt beträgt 16 €. Studierende, Schülerinnen und Schüler haben freien Eintritt im Rahmen der verfügbaren Plätze.

Einen Vorgeschmack bekommen sie auf youtube:

             

https://youtu.be/it8aoMrrdQw

 

Kontakt:

konzerte-wadern@t-online.de

oder

admin@waderner-residenzkonzerte.de